Info des Obst- und Gartenbauvereins –
Die Weinrebe Heilpflanze des Jahres –
April ist Pflanzzeit für Haus-Traubenstöcke.
Der Bezug zum Gemüsegarten ist mindestens
zweifach: Gefüllte Traubenblätter sind in Griechenland
und in der Türkei ein traditioneller
„Gemüse“-Bestandteil auf dem Tisch. Ernten
können wir dazu die ungespritzten Blätter im
Juni. Zum zweiten sind Weinspaliere geeignet,
einen leichten Schatten am Rand unserer
Gemüsefläche zu schaffen, der Salate und
Blumenkohl in heißen Sommern vor Sonnenbrand
schützt. Am beliebtesten sind kernlose
Sorten (z.B. „Venus“). Doch gerade die Kerne
gelten dabei als besonders gesund (außer
bei bestimmten Darmerkrankungen). Eine der
schmackhaftesten Sorten ist sicherlich „Muskat
bleu“. Ersatzweise kann man auf Traubenkernöl
oder -mehl zurückgreifen. In Franken gibt es
mehrere Rebgut-Anbieter und -Versender. Die
Adressen kann man einem Merkblatt der Bayerischen
Gartenakademie entnehmen. Blätter
roter Sorten erkennt die Europäische Arzneimittelagentur
als Arzneimittel gegen Venenleiden
an. Beim Rotwein vermutet man schon
lange günstige Wirkungen für unsere Gesundheit.
Besser sind auf alle Fälle rote Trauben
oder Traubensaft, deren Wirkungen als günstig
gelten bei Herz- und Gefäßerkrankungen, Diabetes
und Krebs, die aber eben nicht zugleich
Alkohol enthalten.
Wildbienen – wichtig für die Bestäubung
Wer ein Wildbienenhotel im Garten hat, kann
jetzt auch diese wichtigen Bestäuber bei der
Arbeit beobachten. Untersuchungen zeigen,
dass Wildbienen – hierzu gehören Solitärbienen
und Hummeln – den größten Anteil an der
Bestäubung unserer Kulturpflanzen haben. In
Deuschland gibt es über 500 Wildbienenarten.
Diese haben eine meist nur wenige Wochen
dauernde Flugzeit und sind, je nach Art, entweder
im Frühling, Frühsommer oder Spätsommer
aktiv. Daher stellt sich ein kontinuierliches
Blütenangebot bis in den Herbst einen wesentlichen
Faktor für die Erhaltung der Artenvielfalt
dar. Staatenbildende Arten wie Hummeln
sind ebenfalls für eine gute Entwicklung auf
ein möglichst durchgängiges Blütenangebot
von März bis September angewiesen. Für die
Bestäubung von Obstkulturen sind Wildbienen
wie die Gehörnte und Rostrote Mauerbiene
von herausragender Bedeutung. Während die
Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) häufig
schon im März schlüpft und damit auch zur Bestäubung
besonders früh blühender Steinobst-
Kulturen beitragen kann, wird die Rostrote
Mauerbiene (Osmia bicornis) etwa 3 – 4 Wochen
später aktiv und daher besonders gut für
spätblühende Kulturen geeignet . Mauerbienen
bauen ihre Nester bevorzugt in Hohlräume wie
beispielweise in Löcher von Holzstämmen und
Mauerwerk oder in hohle Pflanzenstängel.
Man findet sie gelegentlich sogar in Röhren
von Fensterläden. Durch ein entsprechendes
Angebot an Nisthilfen lassen sie sich leicht im
Obstgarten und auf der Streuobstwiese ansiedeln.
Zum richtigen Bau solcher Nisthilfen finden
sich zahlreiche Anregungen und Tipps im Internet.