Info des Obst- und Gartenbauvereins – Aktuelles im Obstgarten –
Schwarzer Rindenbrand an Obstbäumen – aktueller Zwischenstand
Über diese Pilzkrankheit wurde zu Beginn des Jahrtausends erstmals ausführlicher berichtet, nachdem bisher unbekannte Schadbilder an der Rinde von Obstbäumen auftraten. Seitdem hat sich der Schwarze Rindenbrand zu einem massiven Problem für die hiesigen Streuobstbestände ausgeweitet. Der Befall beginnt zunächst mit schwarzen Verfärbungen der Rinde, die später aufreißt und sich mitunter vom darunterliegenden Holz ablöst. Im weiteren Verlauf führt er zum Absterben der betroffenen Baumteile und langfristig häufig des ganzen Baumes.
Trockenstress erhöht Ansteckungsgefahr
Die Rindenerkrankung wird durch Pilze der Gattung „Diplodia“ hervorgerufen. Er befällt Äpfel- und Birnbäume. Der Diplodia-Pilz gilt gemeinhin als Schwächeparasit, der bevorzugt Bäume befällt, die unter bestimmten Stressfaktoren leiden. Dies sind vor allem die durch den Klimawandel stark abnehmenden Sommerniederschläge und extrem hohe Temperaturen, die zu ausgeprägtem Trockenstress führen. Der Befall ist auf tiefgründigen Böden bzw. eher feuchten Flächen geringer als auf trockenen, sandigen Standorten. Durch eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung kann die Ansteckungsgefahr verringert werden. Offene Baumscheiben zur Verhinderung der Wasserkonkurrenz sowie Gießen der Bäume in Trockenphasen können zumindest als vorbeugende Maßnahmen hilfreich sein.
Sortenwahl beachten
Neben Standortwahl und Pflege scheint auch die Sortenwahl eine Rolle zu spielen. „Glockenapfel, Topaz, Hauxapfel, Kardinal Bea, Gewürzluiken und Gehrers Rambur“ scheinen besonders anfällig zu sein. Dagegen zeigten sich Sorten wie „Brettacher, Rheinischer Bonapfel, Jakob Lebel, Winterrambur, Rewena, Bittenfelder, Primera, Enterprise und Delia“ als widerstandsfähiger. Sanierungsmaßnahmen erkrankter Bäume durch Ausschneiden der Befallstellen erwiesen sich bisher als wenig wirksam.
– Aktuelles aus dem Gemüsegarten – Blumen gegen Läuse
Bestimmt haben Sie Ihr Gemüsebeet schon bestückt. Aber haben Sie auch daran gedacht, dort eine blumige Läuseabwehr zu positionieren? Umranden Sie den Gemüsegarten doch mit einjährigen Sommerblumen, Stauden und Kräutern, Ringelblumen, Cosmeen, Sonnenblumen oder gerne auch mit Doldenblütler, wie Dill und Fenchel sehen wunderschön aus und ziehen natürliche Gegenspieler zu Läusen und anderen lästigen Besuchern an. Je größer die Vielfalt an Blütenformen und -familien ist, desto größer ist auch die Vielfalt der Nützlinge, die sie anziehen. Florfliegen, Schwebfliegen und Schlupfwespen sowie viele andere holen sich nicht nur Nektar und Pollen, sondern bedienen sich auch an den unerwünschten Gästen. Ein einzelner Marienkäfer vertilgt bis zu 150 Läuse. Eine Florfliege schafft während ihres Larvenstadiums sogar rund 500 Stück, das hat ihr den Namen „Blattlauslöwe“ eingebracht. Säen oder pflanzen Sie sich deshalb jetzt eine bunte Blumen- und Kräutervielfalt in den Gemüsegarten. Sie holen sich damit eine blumige Unterstützung zur natürlichen Schädlingsabwehr ins Beet.