Aktuelles im Obstgarten – Schlehen ernten und verwerten
Früchte und Blattwerk von Schlehen (Prunus spinosa) sehen aus wie Miniaturausgaben von Pflaumen, mit denen sie auch eng verwandt sind. Der Artname spinosa gibt einen Hinweis auf die Beschaffenheit der Triebe, denn es bedeutet so viel wie dornig oder verdornt. Daher sind Schlehen im Volksmund auch als „Schwarzdorn“ oder „Schlehdorn“ bekannt. Die Schlehe erreicht als Strauch eine Höhe von 2 bis 5 m und bildet zahlreiche Wurzelausläufer, die sehr lästig werden können. Im Alter können Schlehen daher erheblich in die Breite gehen, was ihre Verwendung im Garten mitunter einschränkt. Mit Hilfe eingebauter Wurzelsperren lässt sich aber auch dieses Prolem lösen. In der Flur sind Schlehen ein beliebtes und wertvolles Landschaftsgehölz, das dichte Hecken bildet und vielen Vogelarten eine Brutstätte bietet. Obwohl die Früchte bereits im August blau färben, sind sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht genießbar. Erst nach Frosteinwirkung werden die hohen Gerbstoffgehalte im Fruchtfleisch abgebaut und es entsteht der typische herb-aromatische Schlehengeschmack. Die Ernte erfolgt daher zumeist erst im November oder Dezember. Speziell für die Fruchtproduktion wurden Selektionen mit deutlich größeren Früchten ausgelesen. Beispiele hierfür sind die Schlehensorten“Merzig“ und „Nittel.“
Nachfolgend einige Verarbeitungsideen:
Schlehensaft
Für den Schlehensaft gibt man die Früchte in einen großen Steintopf und übergießt sie mit so viel kochendem Wasser, dass alle Früchte gut bedeckt sind. Wer mag, kann auch noch Zucker dazugeben. Pro Kiligramm Früchte sind etwa 200 g Zucker ausreichend. Nach 24 Stunden wird die Flüssigkeit abgegossen, wieder zum Kochen gebracht und abermals über die Schlehen gegossen. Dieses Prozedere sollte etwa 4 bis 5 Mal wiederholt werden. Zum Schluss wird der heiße Saft in Flaschen oder Gläser gefüllt und sofort fest verschlossen. Für die Lagerung wählt man einen kühlen, dunklen Ort. So bleibt der Saft lange haltbar.
Schlehengelee
Der Schlehensaft dient auch als Grundlage für das Gelee. 750 ml des Saftes mit 250 ml Weißwein und 1 kg Gelierzucker für etwa 4 Minuten aufkochen lassen und den Saft einer Zitrone zufügen. Diese Flüssigkeit noch heiß in Gläser füllen und verschließen.
Schlehenlikör
Für Schlehenlikör werden 500 g Schlehenfrüchte, 250 g Zucker, eine Stange Vanille und 750 ml Wodka oder Korn in ein Glas gegeben. Gut verschließen und mindestens 6 Wochen stehen lassen. Ab und zu sollte man das Glas schütteln. Anschließend wird die Flüssigkeit durch ein Sieb gegossen. Den fertigen Schlehenlikör in saubere Flaschen abfüllen und kühl lagern.
Geheimtipp – Schlehen Oliven
Zutaten: 500 g Schlehen, 2 Zweige Thymian oder Quendel, 2 Lorbeerblätter, 200 g Meersalz, 500 ml Wasser
Zubereitung: Nach dem Sammeln werden die Schlehen sorgfältig gewaschen und in ein sauberes Gefäß gefüllt. Im Anschluss kocht man das Wasser mit den Kräutern und dem Salz auf, lässt das Ganze etwas abkühlen und gießt es über die Schlehen. Das Gefäß deckt man dann mit einem Teller ab und lässt die Schlehen in der Kräuter-Salzlake mindestens 2 Monate ziehen. Danach füllt man die Schlehen mitsamt der Lake in kleinere, saubere Gläser um. Fertig! Die Schlehen können auch in Olivenöl oder Essig eingelegt werden. Dazu werden die Früchte nach der Ziehzeit in der Salzlake abgeseiht und gemeinsam mit Olivenöl bzw. Essig in einem Topf bei niedriger Flamme etwa 10 Minuten erhitzt. Direkt danach wird alles in saubere Gläser gefüllt. Fertig! Ausserdem: Für die Schlehen muss nicht der erste Frost abgewartet werden.