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Obst- und Gartenbauverein e.V. Aschaffenburg-Schweinheim


Aktuelles aus dem Ziergarten – Dekorative Weiden für den Winter- und Frühlingsgarten
Die Verwendung von Weiden in Gärten ist zwar eine etwas ambivalente, aber dennoch verführerische Sache. Lässt man kräftig wachsenden Arten Raum und Zeit, erobern robuste Vertreter schneller den Gartenraum als einem lieb ist. Während es manche Arten wie die Silberweide (Salix alba) auf stolze 30 m Höhe bringen, halten sich andere Vertreter wie die Schweizer Weide (Salix helvetica) mit kaum einem Meter Größe sehr dezent und fast schon zwergenhaft zurück. In Sachen Gartentauglichkeit kommt es also vor allem auf die Auswahl an. Wer sucht der findet.

Wohltuend fürs Auge, gut für die Ökologie
Als Fuß-, Halb- oder Hochstämmchen veredelt sind eine ganze Reihe schwächer wachsender Arten und Sorten mit ausgeprägter Kätzchenbildung für den kleinen Frühlingsgarten oder größere Pflanzgefäße eine hoch geschätzte Bereicherung. Die flaumigen Kätzchen haben etwas von Kuschel- und Streichelfaktor – und das nicht nur bei den „kleinen Gärtnern.“ Bienen, Hummeln und Co freuen sich über die erste Nahrung nach entbehrungsreichen Wintertagen, die ihnen die früh blühende Weide opulent serviert. Weit über 200 Insektenarten leben von der Weide. Hierzu gehören neben dem bunten Schillerfalter auch der Große Fuchs und zahlreiche Wildbienenarten. Einige Weiden-Arten, die man durch regelmäßigen Schnitt gezielt klein hält und hierdurch alljährlich für junge, frische Triebkraft sorgt, zaubern mit ihren auffallend gefärbten jungen Trieben schöne Gartenbilder. In größeren Gärten malen sie auch in der oft weniger einladenden Winterzeit schöne Stimmungsbilder, wenn die leuchtenden Farben des Sommers und Herbstes verschwunden sind.

Männliche und weibliche Pflanzen
Weiden sind zweihäusig und getrennt geschlechtlich. Männliche und weibliche Blüten befinden sich auf verschiedenen Pflanzen. Während die männlichen Kätzchen eher eiförmig dick und mit einem flaumigen Pelz ausgestattet sind und auch besser duften, präsentieren sich die weiblichen Kätzchen walzenförmig und sehr unauffällig grünlich gefärbt. Es ist daher kaum verwunderlich, dass männliche Blüten weitaus häufiger von Insekten besucht werden. Speziell für Nachtfalter hat die Weide einen speziellen Lockstoff in ihrem Duftrepertoire. Neben Insekten können Weiden auch vom Wind bestäubt werden. Vor allem in insektenarmen Gebieten, wie der Tundra übernimmt der Wind diese Funktion. Weiden können sich auch in der Natur untereinander kreuzen. Dies kann geschehen, wenn Insekten unterschiedliche Weidenarten anfliegen und hierdurch den Pollen von einer Weide zur anderen übertragen. Damit die Eigenständigkeiten der einzelnen Arten jedoch nicht ganz verloren gehen, sorgt die Natur durch spezielle Düfte dafür, dass jede unterschiedliche Weidenart „unter sich bleibt.“

Auch im Winter dekorativ
Einige Weidenarten wie die Reif- oder Schimmelweide (Salix daphonoides „Praecox“) und die Korbweide (Salix viminalis) sorgen neben ihren Kätzchen vor allem durch ihr Farbenspiel junger, frischer Ruten auch im Winter für ein kleines Feuerwerk. Ein regelmäßiger Rückschnitt auf kurze Stummel hält die Weiden klein, sodass sie den Rahmen des Gartens nicht so schnell sprengen. Die Reif- oder Schimmelweide verdankt ihren Namen der schimmelartigen Bereifung auf den Ästen. Auch hier wirkt nur das junge Holz. Regelmäßig zurückgeschnitten, bleibt sie vital und wirkt bei moderater Größe lebendig. Ungeschnitten würde sie in kleinen Gärten schnell zu groß werden. Das gleiche gilt für die Korbweide (Salix viminalis). Sie lässt sich über größere Steckhölzer auch gut als Kopfweide ziehen. Wenn man die jungen Triebe am Kopf regelmäßig zurück schneidet, fügt sich die Kopfweide auch gut in kleinere Gärten ein, z.B. als Schattenspender am Kompostplatz. Sensible Wasser- oder Drainageleitungen sollten aber nicht in der Nähe sein.

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