Info‘s – des Obst- und Gartenbauvereins – Natur des Jahres 2025
Jedes Jahr werden von verschiedenen Institutionen, Verbänden, Vereinen usw. die unterschiedlichsten „Objekte des Jahres“ gewählt. Was 1971 mit dem „Vogel des Jahres“ begann, führt heute zu einer fast unüberschaubaren Anzahl von 34 solcher Objekte. Und fast jedes Jahr kommen noch neue hinzu. Wir konzentrieren uns auf die wichtigsten, die aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung oder gesundheitlichen Wirkung gewählt wurden oder deren Lebensraum durch Umwelt- und Naturzerstörung bedroht ist.
Wildpflanze des Jahres: Wiesen-Glockenblume
In der von Bioland und NaturGarten e.V. durchgeführten Abstimmung wurde die Wiesen- Glockenblume (Campanula patula) zur „Wildpflanze des Jahres“ gewählt. Sie öffnet ihre lila Blüten auf Wiesen und an wilden Säumen, steht aber auf der Roten Liste, da sie immer seltener vorkommt. Die starke Düngung, Überweidung und auch häufige Mahd haben die Pflanze von vielen Flächen verdrängt.Damit steht die Wiesen-Glockenblume zugleich sinnbildlich für etliche weitere Wildpflanzen, mit denen vielerorts der Lebensraum zahlreicher Arten aus der Landschaft verschwunden ist. Auch für Wildbienen hat dieser Trend folgen. Die Glockenblumen-Scherenbiene gehört zu den Dauerbesuchern der Wiesen-Glockenblume. Die Weibchen sammeln ausschließlich an Glockenblumen Nahrung. Das macht den Schutz dieser Pflanzen für sie überlebenswichtig.
Blume des Jahres: Sumpf-Blutauge
Mit der Wahl des Sumpf-Blutauges (Comarum palustre) zur „Blume des Jahres“ ruft die Loki Schmidt Stiftung zum Schutz der moorigen Ökosysteme auf und stellt deren Bedeutung für Pflanzen und Tiere, aber auch für Menschen in den Vordergrund. Das Sumpf-Blutauge wächst bevorzugt im Randbereich von Hochmooren und auf schlammigen, offenen Böden von Niedermooren. Von Mai bis August zieht seine auffällig purpurne, braune bis blutrote Färbung dort nicht nur unsere Blicke auf sich. Eine Vielzahl an Insekten, vor allem Wildbienen wie Baum-, Stein- und Ackerhummeln sowie Fliegen werden von ihr angelockt und für den Besuch dann mit zuckerreichem Nektar und Pollen belohnt. Die „Blume des Jahres“ ist auf helle, feucht-nasse und vor allem nährstoffarme Lebensräume angewiesen. Aber genau diese sind in den vergangenen Jahrzehnten rapide zurückgegangen. Moore wurden durch Torfabbau, Entwässerung und anschließende Kultivierung zerstört. Gräben, Gewässer und Nasswiesen trockengelegt oder durch den Eintrag von Nährstoffen überdüngt.
Diese Lebensräume sind für zahlreiche spezialisierte Pflanzen-, Pilz- und Tierarten verlorengegangen. In der Folge wird auch das früher weit verbreitete Sumpf-Blutauge auf den Roten Listen gefährdeter Arten geführt. In der nächsten Ausgabe weitere Info‘s zur Orchidee des Jahres und vom Baum des Jahres.