
Bürgerdialog in Leider zur Entwicklung der Freiflächen im Hafenbahnhof
Am Montag fand in Leider eine Bürgerinformationsveranstaltung zum Thema „Stadtentwicklung und Verkehr in Leider“ statt. Vertreter der Stadtverwaltung stellten die Entwicklung des Stadtteils vor und informierten über Verkehrsprojekte der letzten Zeit. Den Großteil der Veranstaltung nahm der geplante Bürgerdialog im Zusammenhang mit den Planungen des Bayernhafens auf der freigewordenen Fläche im Hafenbahnhof ein. Ein Vertreter des Hafens informierte in seinem Vortrag über die Interessen des Hafens in diesem Bereich. Er erklärte, dass durch die Entwicklungen eine weitere Steigerung des Bahnverkehrs möglich ist. Man plane deshalb zur Lärmabschirmung der Bevölkerung eine neue Bebauung entlang des schwarzen Weges an der Grenze zur bestehenden Wohnbebauung. Die einzelnen Grundstücke will der Hafen über Erbbaurechte vergeben. Man stellt sich vor, in den neuen Wohngebäuden die Lärmbelastung über bauliche Maßnahmen zu begrenzen. So sollen z.B. Bäder und Küchen in Richtung Bahnhof gebaut werden, Wohnräume zur abgewandten Seite hin. Aber auch Gewerbe soll sich nach den Vorstellungen des Hafens dort ansiedeln. In der Veranstaltung wurde seitens der Stadtverwaltung explizit darauf hingewiesen, dass es nun darum gehe, eine Idee zu entwickeln, wie sich diese Planungen mit den Vorstellungen der Bevölkerung verbinden lassen. Die Bürger sollen daher in den geplanten Dialogveranstaltungen ihre Vorstellungen formulieren und gemeinsam sollen Leitlinien erarbeitet werden, die dann dem Stadtrat als Entscheidungsgrundlage dienen. Denn nur der Stadtrat kann die erforderlichen Änderungen am Bebauungsplan beschließen, damit sich in diesem Bereich etwas verändern kann. Denn im Augenblick ist die Fläche noch eine Bahnbetriebsfläche und auch als solche vom Hafen zu nutzen. Es wurde aber auch deutlich, dass sich der Hafen bei einer Verweigerung der Bürger zur Bebauung nicht zu anderen Lärmschutzmaßnahmen verpflichtet fühlt und sich eine weitere Steigerung des Bahnverkehrs zu Lasten der Bevölkerung auswirken wird. So gilt es in den Dialogveranstaltungen gemeinsam mit den Vertretern der verschiedenen Interessengruppen aus Leider, dem Hafen, Stadträten und der Stadtverwaltung eine gemeinsame Lösung zu entwickeln. Dies wird nicht einfach, wie die hitzige Diskussion am Montag bereits gezeigt hat. Denn die Bürger fürchten nun auch noch den zusätzlichen Verkehr durch die neue Bebauung. Auch das Verschwinden des Grünstreifens wurde thematisiert. Der Bürgerdialog startet mit der ersten Veranstaltung am 9. Juli und soll ca. ein Jahr dauern. Es bleibt zu hoffen, dass ein 6 ha großer Geländestreifen Möglichkeiten für den Hafen als auch die Bürger bietet.
Angelica Sander, Markus Kremer
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